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Die fünf
Betrachtungen
- gokan no ge -
(Dieses
ist die Übersetzung des japanischen Tischgebetes,
welches wird vor den Mahlzeiten im Zenkloster Eisenbuch rezitiert wird)
Mögen wir an unser
eigenes Handeln denken und daran,
woher diese Nahrung
kommt und wie viel Mühe damit verbunden ist.
Mögen wir überlegen,
ob wir wahrhaft Gutes getan haben,
wenn wir diese Nahrung
annehmen.
Mögen wir Gier, Wut und
Verblendung umwandeln,
indem wir unseren Geist
zähmen und uns von Unheilsamem fernhalten.
Mögen wir wir diese
Nahrung als eine gute Medizin
für unseren Körper zu
uns nehmen.
Wie nehmen diese Nahrung
an,
um den Weg der Weisheit
und des Mitgefühls zu gehen.
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Das Sutra der vollkommenen Weisheit
- Herzsutra -
Der heilige Bodhisattva Avalokiteshvara,
in tiefste Weisheit versenkt, erkennt,
dass die fünf Skandhas, die fünf Bereiche des Anhaftens
- nämlich Körper, Gefühl, Wahrnehmung, Willensregungen und Bewusstsein -
an sich leer sind.
Alle Bitterkeit und alles Leiden tilgt er,
Alle Bitterkeit und alles Leiden tilgt er,
wenn er zum ehrwürdigen Shariputra spricht:
Form ist Leerheit, Leerheit ist Form.
Form ist Leerheit, Leerheit ist Form.
Leerheit ist nicht verschieden von Form,
noch ist Form verschieden von Leerheit.
Alle Dinge in der Welt sind leer,
so auch Gefühl, Wahrnehmung,
Willensregungen und Bewusstsein.
Alle Dinge sind wie die Leerheit,
Willensregungen und Bewusstsein.
Alle Dinge sind wie die Leerheit,
frei von Entstehen und Vergehen;
sie sind weder rein noch unrein,
weder vollkommen noch unvollkommen.
In der Leerheit gibt es keinen Körper,
In der Leerheit gibt es keinen Körper,
kein Gefühl und keine Wahrnehmung,
keine Willensregungen und kein Bewusstsein;
da gibt es weder Augen noch Ohren,
da gibt es weder Augen noch Ohren,
weder Nase noch Zunge,
weder Leib noch Geist,
weder Sinnesobjekte noch Vorstellungen;
da gibt es weder den Bereich der Sinne,
noch den Bereich der Sinnesobjekte,
noch den Bereich des Bewusstseins.
In der Leerheit gibt es weder geistige Blindheit,
In der Leerheit gibt es weder geistige Blindheit,
noch Auflösung der geistigen Blindheit; es
gibt weder Altern, noch Sterben,
gibt weder Altern, noch Sterben,
noch Aufhebung des Alterns und Sterbens.
In der Leerheit gibt es kein Erkennen,
kein Verwirklichen,
kein Leiden, kein Entstehen des Leidens,
kein Ende des Leidens und keinen Weg,
der zum Ende des Leidens führt.
Nach dieser Weisheit, dass es nichts zu verwirklichen gibt,
Nach dieser Weisheit, dass es nichts zu verwirklichen gibt,
streben die Suchenden.
Darum ist kein Schleier vor ihren Herzen und keine Angst.
Befreit von allen Verwirrungen und allen Trübungen des Geistes,
frei von allen Vorstellungen wird endlich Nirvana erreicht!
Die Erleuchteten aller Zeiten,
Die Erleuchteten aller Zeiten,
der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft,
folgen diesem Weg der vollkommenen Weisheit,
auf dem sie die große Befreiung erlangen.
Lasst auch uns diese tiefste Wahrheit erfahren!
Dies ist das große Wort,
Dies ist das große Wort,
das große Mantra,
das Wort an Tiefe ohnegleichen,
das alle Leiden stillt;
Die Wahrheit, in der es nichts Falsches mehr gibt;
das Wort, das letzte Weisheit offenbart:
Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi svaha.
(Ihr alle, ihr alle, geht darüber hinaus, geht über das Hier
und Jetzt hinaus zum großen Erwachen!)
Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi svaha.
(Ihr alle, ihr alle, geht darüber hinaus, geht über das Hier
und Jetzt hinaus zum großen Erwachen!)
(Version des Zenkreis Kiel e.V)
Das Herzsutra, im Sanskrit Mahaprajnaparamita-Hridya-Sutra, ist der kürzeste von 40 Texten
innerhalb des umfangreichen Prajnaparamita-Sutra, wörtlich: „(Großes) Sutra der das andere
Ufer erreichenden [d.h. transzendenten oder erlösenden, Paramita] Weisheit (Prajna)“ 1
Es ist das wohl berühmteste und am häufigsten zitierte und rezitierte Sutra des Mahayana
speziell in China, Japan und Tibet und gilt als Quintessenz vieler Sutren, zumal es die „Lehre
von Shunyata – der Leere, (...) besonders klar formuliert“.
__________________________________________________________innerhalb des umfangreichen Prajnaparamita-Sutra, wörtlich: „(Großes) Sutra der das andere
Ufer erreichenden [d.h. transzendenten oder erlösenden, Paramita] Weisheit (Prajna)“ 1
Es ist das wohl berühmteste und am häufigsten zitierte und rezitierte Sutra des Mahayana
speziell in China, Japan und Tibet und gilt als Quintessenz vieler Sutren, zumal es die „Lehre
von Shunyata – der Leere, (...) besonders klar formuliert“.
VERTRAUEN und Gott-Suche
… dem Suchenden,
der sich der Vorstellung einer göttlichen Entität
vollständig hinzugeben breit ist, fällt dies meist leichter,
als sich vertrauensvoll einem liebenden Menschen hinzugeben.
So sind Askese, Gebet und Übung „Liebesgaben“ an eine Idee,
mit der Bitte um Erlösung, Liebe und Geborgenheit,
die in der Beziehung nicht angstfrei möglich sind.
Es hilft das Gefühl tief sitzender Unzulänglichkeit überwinden zu können
und es nicht in der Intimität der Liebe spürbar werden zu lassen zu müssen,
sondern das Wollen und die Gier nach seiner eigene Bedeutung und
Wichtigkeit in den Vordergrund zu stellen.
Die in der Praxis in Erscheinung tretenden „Visionen“ (= Mara), oder vermuteten "Erleuchtungen" sind dann nichts anderes als das Ergebnis unserer religiösen und nicht religiösen Konditionierungen.
Rita 26.5.10
entlehnt aus Zitaten von J. Krishnamurti
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Betrachtungen zum Zen - Herzsutra -
Shiki fu i ku.
Form ist Leere.
Ku fu i shiki.
Leere ist Form.
Shiki soku ze ku.
Form unterscheidet sich nicht von Leere
Ku soku ze shiki.
Leere unterscheidet sich nicht von
Form.
Ju so gyo shiki, yaku bu nyo ze.
Was daher Form ist, das ist Leere.
Wer bin ich?
Was bin ich?
Wo befinde
ich mich?
Was tue ich gerade?
Wozu bin ich hier?
Macht es überhaupt Sinn, darüber
nachzudenken?
Hat das Denken mir jemals Ruhe und inneren Frieden
verschafft, oder mich zu einer konfliktfreien Lösung geführt? -
Krishnamurti sagt über das Denken:
"Das Erschaffene kann nicht über
das Unerschaffene nachdenken. Es kann nur über seine eigenen
Projektionen nachdenken, die aber nicht real sind. Wie könnte das
Denken, welches das Resultat von Zeit, Einfluss und Nachahmung ist,
über das nachdenken, was unermesslich ist?"
Ist die Leere meines ICH - die Form
meines Seins ?
Ist die Form meines ICH - die Leere
meines Seins ?
Werde ich mir - mich der Form widmend -
der Leere der Form gewahr ?
Kann ich zur Leere zu finden - indem
ich mich der Form widme?
Praktiziere ich Leere, indem ich Form
praktiziere ? -
Kann Form ein Werkzeug auf meinem Weg
sein?
... wahrzunehmen
... zu empfinden,
... zu fühlen
... zu spüren
... zu erkennen
... etwas über mich selbst zu
erfahren?
Spiegelt meine innere Haltung mein
Äußeres wider?
Spiegelt meine äußere Haltung mein
Inneres ?
Was denke ich gerade? Wie denke ich?
Wie sitze ich, welche Haltung nehme ich
gerade ein?
Kann mein Geist so still werden,
all dies zu erkennen?
Kann er lernen zu denken ohne zu
denken?
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